Online Gottesdienst für „Christi Himmelfahrt“ am 21. Mai

Hallo liebe Gemeinde!

Haben Sie schon mal gemerkt, wie oft wir das Wort „himmlisch bzw. Himmel “ benutzen. „Du hast himmlisch gekocht. Himmlisches Wetter! Du bist mein Himmel auf Erden. Ich fühle mich wie im siebten Himmel“.

Vom Himmel erzählen wir viele Geschichten. 
Wir erzählen von unendlicher Weite, denn über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, die besonders Flugzeuge erkunden. Von unendlicher Weite des Unversums hören wir beim Raumschiff Enterprise. 
Der eine verspricht der andern den Himmel auf Erden, mit Liebe und Treue. Wir erzählen von Himmelblau, Wolkendunkel, Morgenrot und ………………… von der Himmelfahrt Jesu. 

40 Tage nach der Auferstehung Jesu zu Ostern heißt es, er sei aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes. Heute wollen wir uns groß machen, uns zum Himmel ausstrecken und darauf vertrauen, dass Christus uns entgegenkommt (Joh 12,32): 

Lesungen: Jesus sagt: „Wenn ich erhöht werde von der Erde?“ Um was es da geht erzählt uns Lukas im 1. Kapitel seiner Apostelgeschichte. Er bereichte uns von den letzten Stunden Jesu auf Erden und von seiner Aufnahme in den Himmel:  Apg.1,3-11:
Den Aposteln zeigte sich der Auferstandene nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.  4 Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat;  8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.  11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? 
Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.  
Halleluja. Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten. Halleluja. Die Rechte des Herrn ist erhöht, die Rechte des Herrn behält den Sieg. Halleluja.

Glaubensbekenntnis von einem Katchumenen:
Ich glaube an den allmächtigen Vater, 
der Himmel und Erde gemacht hat.
Und an seinen Sohn Jesus Christus, 
den viele Gläubige durch seine guten Taten dankbar sind.
Im Advent begrüßen wir seine Ankunft, 
Weihnachten feiern wir seine Geburt, 
in der Karwoche bedauern wir seinen Tod 
und Ostern freuen wir uns über seine Auferstehung
und feiern seine Himmelfahrt.
An der Seite unseres Gottes entscheidet er 
über die Lebenden und die Toten.
Wir glauben an den Heiligen Geist, 
den Jesus empfangen hat und unsere Sünden vergibt.
Wir glauben an die Auferstehung nach dem Tod, 
wo wir das ewige Leben in der Gemeinschaft der Heiligen leben. 
So sagen wir Amen.

Liebe Gemeinde!

Der Evangelist Johannes (Joh. 17,20-26)  erzählt, dass kurz bevor Jesus in den Himmel auffuhr, er folgendes gebetet hat: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.

Alle sollen eins sein: 
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, 
damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. 
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, 
damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. 
So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, 
dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, 
wie du mich geliebt hast.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, 
dort bei mir sind, wo ich bin. 
Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, 
weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, 
ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, 
dass du mich gesandt hast.

Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan   und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.

Liebe Gemeinde!

Jesus nimmt Abschied. Ein bewegender Augenblick. Er sagt nochmals, was ihm im Blick auf seine Jünger in Gegenwart und Zukunft wichtig ist. Und er segnet sie. Er gibt ihnen einen klaren Auftrag, was sie tun sollen. Er sagt ihnen auch, dass eine Zeit kommen wird, wo wir alle ihn wiedersehen werden und was ihm für die Jüngern damals und uns heute wichtig ist: 

Der Himmel ist, wenn wir eins sind mit Gott, 
                   und wenn wir alle eins sind untereinander.

Liebe Gemeinde!

Wirklich glanzvolle Worte, die Jesus da sprach. Was Jesu Jünger damals nicht ahnen konnten: 
Von ihrer kleinen Gruppe ausgehend werden von Gottes Himmel Menschen auf der ganzen Welt erfasst werden. Heute ist knapp ein Drittel der Weltbevölkerung Christen, etwa 2,2 Milliarden Menschen. Die Macht des Himmels Gottes wird Menschen also immer und überall in seinen Bann ziehen. Und gerade dadurch wird der Gottes-Himmel alle zusammenführen: „damit sie alle eins seien“. Wie Vater und Sohn eins sind, soll wird auch die Jüngerschaft eins sein.

Ich frage mich gerade,welche Teil leichter zu erfüllen ist: Eins sein mit Gott oder untereinander?Wenn ich nur so den Himmel erreiche, dann wohl nie, denn die Erfahrung lehrt: Setze 10 Leute an einen Tisch und Du hast 11 – 12 Meinungen. Momentan – eigentlich immer – live zu erleben im Fernsehen zwischen Politikern, Wissenschaftlern und Experten jeglicher Art.
Auch im kleinen Kreis, wie innerhalb einer Familie ist man sich nicht immer eins, und wenn es nur darum geht, was am heutigen Tag gegessen wird. Auch im Christentum sind wir nicht alle eins. Wenn ich in die Geschichte der  Kirche schaue, dann habe ich manchmal den Eindruck, dass wir uns schon allzuoft gespalten haben. Die Geschichte von allzumenschlichem Zank und Streit durchzieht die Jahrtausende der Kirchengeschichte wie ein roter Faden. Wer wüsste das besser als wir, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag Luthers in Wittenberg.  Wo also ist die Einheit der Jünger? Was diese Welt für uns Menschen so unsagbar schön und spannend macht ist doch nicht, dass sie überall gleich aussieht, gleich riecht und gleich schmeckt.

Hier gleicht nicht ein Tag dem anderen, sondern jeder Tag, jeder Moment besticht durch seine Einzigartigkeit. Wir lieben dieses Leben doch, weil jeder Tag ein neuer Tag ist, weil wir nie wissen, was kommt. Wenn Kirche nun überall dasselbe sagen, dasselbe Leben führen würde: 
Wie könnte sie dann so viele Menschen nicht nur ansprechen, sondern ihre Herzen erreichen?                    Kirche ist deshalb so groß geworden, weil sie so bunt ist wie die Menschen sind.
Bei aller Verschiedenheit aber, auch bei allem Streit, der nicht ausbleiben kann: Alle sehen denselben Gottes-Himmel, alle finden HIER den Herrn ihres Lebens. Dieser Himmel ist Heimat der Christenheit, denn er ist der Ort ihrer aller Sehnsucht, der ihre Augen zum Strahlen bringt. Es geht Jesus darum, Menschen zum Strahlen zu bringen. Jesu Worte heißen in etwas leichterer Sprache: Gott liebt euch und Gott liebt mich. In Gottes Liebe sind und bleiben wir verbunden.                               Gottes Liebe hält zusammen. Was sollte Menschen mehr zum Strahlen bringen als Liebe?! 

Jesus möchte, dass dieser Gedanke bleibt. Wenn auch sonst all die vielen Worte nicht im Einzelnen erinnert werden können – das eine soll im Gedächtnis und im Herzen bleiben: Durch die Liebe sind und bleiben wir verbunden. Das ist der Satz, der die Augen eines Verliebten zum Strahlen bringen. Das ist ein Satz, der auch unsere Augen zum strahlen und leuchten bringen kann.

Liebe Gemeinde!

Ist das nicht doch der Himmel auf Erden, ist das nicht die Möglichkeit den Himmel schon ein Stück näher an die Erde zu ziehen? Wenn jemand einen anderen zum Leuchten bringt. Weil er ihm Hoffnung gibt oder ein Gefühl von Sicherheit. Wenn einer einem anderen Menschen Wert und Würde verleiht. Oder wenn jemand so von Freiheit und Gerechtigkeit spricht, dass tausende Menschen beginnen, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Vielleicht wäre das ja eine Aufgabe für Sie am heutigen Tag: Bringen Sie den himmlischen Glanz  in die Augen eines Mitmenschen, bringen sie seine/ihre Augen zum Leuchten – z.B. durch ein liebevolles Wort.

Jesus Christus hat uns etwas hinterlassen, was mit Geld nicht aufzuwiegen ist und sich in aller Zeit nicht verflüchtigt: Den Glanz in unseren Augen, wenn wir Liebe spüren. Denn dieser Glanz ist der Schimmer des Himmels, der sich in unseren Augen widerspiegelt. Amen.

Fürbittengebet

Ewiger Gott, wir danken dir für himmlische Treue und Gnade; dafür, dass wir Tag und Nacht in den Himmel schauen können, um deine Nähe zu suchen. 

Wir bitten dich für diejenigen, deren Leben eng geworden ist, die keine Weite mehr spüren können. Wir rufen: Gott, erhöre uns. Wir bitten dich für die, die keine Hoffnung mehr haben, die nicht über das hinausschauen können, was sie umgibt. Wir rufen: Gott, erhöre uns. Wir bitten dich für die an Leib und Seele erkrankten, deren Leben durch Schmerzen dunkel geworden ist. Wir rufen: Gott, erhöre uns. Wir bitten dich für die Sterbenden, dass sie Vertrauen finden, in deinem Himmel geborgen zu sein. Wir rufen: Gott, erhöre uns. Wir bitten dich für die ganze Schöpfung, damit deine gute Ordnung erhalten bleibt und wir noch lange zwischen Himmel und Erde leben können. Wir rufen: Gott, erhöre uns. Ewiger Gott, der Himmel ist dein Versprechen, bei uns zu sein. Heute und alle Tage, bis an der Welten Ende.