Online Gottesdienst für Trinitatis

Liebe Gemeinde!

Mit drei guten Wünschen begrüßt uns heute der Wochenspruch aus 2. Kor 13,13: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! 
So klingt es am Sonntag der Dreieinigkeit Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unser Gott ist drei in eins – und das feiern wir heute! Lassen Sie mich Ihnen heute das kompliziert klingende Thema einmal etwas näher bringen und schauen Sie sich dazu auch gerne unseren Online Gottesdienst an.

Sehen Sie hier unseren Online-Gottesdienst für Trinitatis

Gebet: 
Guter Gott, du bist wie ein Vater im Himmel, du bist wie ein geliebter Sohn, du wirkst wie ein unsichtbarer Geist. Du wirkst dreifach und wir schaffen es meistens nicht, auf einfache Weise gut zu sein. Wir bekennen dir, dass wir gesündigt haben in Gedanken, Worten und Werken. Und wir bitten um deine Nachsicht, Barmherzigkeit und Vergebung. Gott, du schenkst Gnade und Liebe und Gemeinschaft. Welch ein Segen. Wir danken dir dafür.

Liebe Gemeinde!

Wenn ich zu Hause etwas für den Schaukasten vorbereite, dann nehme ich mir dazu gerne das anstehende Thema vor. Und so saß ich letztens mal wieder am Computer und überlegte, wie ich am besten das anstehende Thema „Trinität – die Dreieinigkeit Gottes“ darstellen soll.

Und da mir nichts Besseres einfiel, nahm ich das vertraute Symbol des Dreiecks auf, und setzte wie üblich den Vater und Schöpfer in die eine Ecke, den  Sohn Jesus Christus in die zweite Ecke und den Heiligen Geist die dritte Ecke. 

Dann noch ein paar weitere bekannte Symbole einfügen zur Verdeutlichung, 

  • wie die Schöpferhand Gottes, in die sich der Mensch noch vertrauensvoll schmiegt;
  • und die Krippe Jesu mit dem Kreuz für den Lebensweg des Christus;
  • und dann noch die Taube mit den Flammen als Zeichen für den Heiligen Geist.  
Trinitatis- Dreieinigkeit oder die drei Seinsweisen Gottes

Sieht schon gut aus. Jetzt noch ein paar Pfeile mit erklärendem Text dazu – fertig. Prima!

            Einfach, schlicht und schön, erklärt sich von selbst: 

  • Der Vater ist nicht Jesus Christus und Jesus Christus ist nicht der Vater.
  • Der Vater ist auch nicht der Heilige Geist und der Heilige Geist ist nicht der Vater.
  • Und der der Heilige Geist ist nicht Jesus Christus und Jesus Christus ist nicht der der Heilige Geist. 

Aber der Vater und Schöpfer ist Gott!
Jesus Christus ist Gott!
Und der Heilige Geist ist Gott! LOGISCH!

Ich war zufrieden mit meinem Ergebnis.
Theologie – die Lehre von Gott – mal ganz einfach dargestellt. Doch am nächsten Tag merkte ich, dass dieses Bild alles andere als logisch, perfekt, einfach schlicht und vertraut war. Die Fragezeichen in den Augen derer, denen ich das Bild zeigte, waren riesengroß. Ich erklärte und baute die Verbesserungsvorschläge ein, aber eines blieb bei mir: Das Gefühl, so einfach ist die Sache mit der Trinität nicht zu erklären. Kein Wunder! Über kaum einem anderen Thema haben Christen aller Generationen mehr gebrütet und auch gestritten als über die Trinität. 

Und ich erinnerte mich an einen Kurs in meinem Studium, als wir Theologiestudenten in einer Diskussion wirklich sehr gefühlvoll von Muslimen kritisiert wurden, dafür, dass wir doch drei Götter anbeten würden und nicht, wie es geboten sei, nur einen. Und wir bemühten uns, die Trinitätslehre darzustellen.

Und so fingen wir an zu erklären: Die lateinischen Vokabeln „tri“ und „unitas“, also die Vorsilben für „drei“ und die „Einheit“, formen den Begriff. Tertullian setzte sie als erster in christlichem Zusammenhang zur trinitas zusammen, zur Trinität. Zu Deutsch Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Es gibt ein Wesen: Gott. 

Er existiert seit Ewigkeit in den drei Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist. Es kennzeichnet sie als Personen, dass sie eigenständig handeln und denken, gleichzeitig aber nicht voneinander zu trennen sind. Sie sind ein Gott. 
Heißt also: Jede dieser Personen unterscheidet sich von den anderen beiden, jede von ihnen ist aber auch vollkommen Gott. Unterm Strich bleibt es bei dem einen Gott.

Darauf bekamen wir die Antwort: 
„1+1+1=3 und nicht wieder 1. Was Ihr da sagt ist unlogisch.“

Nächster Versuch: 
Einer von uns sagte: Gott, der Schöpfer ist wie Wasser, er hat alles geschaffen, er bringt alles in Fluss, aber er ist nicht Eis. Eis ist verändertes Wasser, das ich sogar anfassen kann, so wie man Jesus seinerzeit anfassen konnte, aber er ist kein Fluss sondern gefrorenes Wasser. Und der Heilige Geist ist für mich wie Dampf, ich sehe ihn, spüre ihn, kann ihn aber überhaupt nicht fassen, er ist weder Eis noch Fluss sondern Dampf und doch im Ursprung Wasser.
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: 
Wenn das Wasser der Ursprung ist, dann sind Fluss, Dampf und Eis nur Abbilder des Ursprunges und nicht selbst der Ursprung, dann ist euer Christus also nur das Abbild Gottes und kein Gott.

Unser Professor schüttelte nur leicht mit dem Kopf, als er unsere verzweifelten Augen sah.

Nächster Versuch:
Es gibt Gott. Er existiert seit Ewigkeit in den drei Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die prompte Antwort war dann die Frage: Und warum verehren Eure katholischen Geschwister Maria? Die Diskussion ging noch eine Weile und das Kopfschütteln unseres Profs wurde immer intensiver. Als er wieder mit uns allein war, sagte er: „Dieses Thema wird Sie immer begleiten, denn letztendlich ist es ein Geheimnis, das Geheimnis des Seins Gottes und wir sollen uns doch von Gott kein Bild machen. Schon vergessen?“ Betretenes Schweigen unsererseits. „Niemand kann Gott habhaft werden, auch nicht mit dem Verstand oder in irgendwelchen Diskussionen. Warum sagte keiner von Ihnen: Ich glaube!?!

Ich sage es Ihnen: Sie wollten beweisen, dass Sie klug sind und wissen. Aber wie sagte es schon der Kirchenvater Augustinus: „Wenn du es begriffen hast, ist es nicht Gott.“ 
Daran erinnerte ich mich: Wir können Gott nicht begreifen, denn er ist unbegreiflich, unfassbar und letztendlich unvorstellbar für unser kleines menschliches Gehirn. 

Gott ist alles, das glaube ich.

Und das Plakat? Ich werde es aufhängen, denn das Nachdenken über die Trinität ist eine gute Übung in Demut vor Gott. Es lenkt unseren Blick weg von uns Menschen und unserer gedachten Weisheit. Gott ist alles und ihm geben wir die Ehre als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Fürbittengebet:

Drei in einem, Gott, du bleibst uns entzogen, du bleibst Geheimnis und doch wendest du uns dein Angesicht zu. 
Aus deinem Segen leben wir, deinen Segen sollen wir weitergeben.
Wir bitten dich für die Menschen in unserer Gemeinde, für die Einsamen, dass du sie begleitest. 
Für die, die zusammen durchs Leben gehen, als Paare oder Familien, dass sie immer wieder ein Segen füreinander werden. 
Wir bitten dich für die Eltern, die die Kinder taufen lassen wollen, gib Schutz. 
Wir bitten dich für die Paare, die sich die Liebe versprechen möchten, gib Liebe. 
Und wir bitten dich für unsere Verstorbenen, dass du die Angehörigen und alle Trauernden und Ängstlichen tröstest, dass sich Friede einstellt im Himmel und auf Erden. 
Wir bitten dich für diese Welt, in der so vieles nicht gut ist, in der abgesegnet wird, was zum Himmel schreit, in der gut gesagt wird, was einer Katastrophe gleicht.
Wir bitten für uns alle, dass wir hinhören, spüren, nachdenken, für andere einstehen und helfen,                 wo das Gute einfach getan oder gesagt werden muss. 
Lass uns dort gut sprechen, hilf uns, dass wir deinen Segen weitergeben.

Segen: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.