Rückblick auf den Weltgebetstag 2020 in unserer Kirche

Am Freitag, dem 6. März fand in unserer Evangelischen Martin-Luther-Kirche der dies- jährige Gottesdienst zum Weltgebetstag statt.

Die Idee des Weltgebetstags: Ein Gebet wandert über 24 Stunden lang um den Erdball, verbindet Frauen, aber auch Männer und Kin- der, verschiedener Religionen in mehr als 120 Ländern der Welt miteinander! Der Gottesdienst findet seit 130 Jahren jeweils am ersten Freitag im März statt. In 88 Sprachen und 108 Ländern beten, singen und feiern Menschen

auf der ganzen Welt die Verbundenheit im Glauben. Dabei richten sie ihren Blick auf die Situation von christlichen Frauen weltweit.

Unter dem diesjährigen Motto Steh auf und geh entstand gemeinsam mit Mitgliedern der katholischen Gemeinde St. Helena ein interaktiver ökumenischer Gottesdienst. Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen, und die hierfür vorgesehenen Armbändchen waren schnell vergriffen. Unsere besondere Aufmerksamkeit galt in diesem Jahr der Situation der Frauen im afrikanischen Simbabwe.

Zu Beginn erhielten wir von Dorothe Behr in einer Bildpräsentation mit eingespielten Videos Informationen zur Geschichte, der beeindruckenden Landschaft, Fauna und Flora, der politischen Entwicklung und der aktuellen Situation Simbabwes.

Ausgehend von einer jahrtausendalten Kultur entwickelte sich dieses Land unter der Kolonialherrschaft der Briten – die es in Rhodesien umbenannten – im 19. Jahrhundert von der einstigen Kornkammer Afrikas zum heutigen süd- afrikanischen Staat in seinem desaströsen Zustand. Die Folgen der langjäh- rigen restriktiv-diktatorischen Mugabe-Regierung wirken auf allen Ebenen nach. Auch die aktuelle Regierung unter Emmerson Mnangagwa steht unter dem Eindruck der unrechtmäßigen Amtsaneignung und des Wahlbetrugs. Dazu kommen Klimawandel, fehlende soziale Strukturen, instabile Währung, Misswirtschaft und Korruption in einem Land, das eigentlich nach der Entlas- sung in die Unabhängigkeit 1980 eine Demokratie werden sollte. Insbeson- dere Frauen haben unter Zwangsverheiratung, Missachtung und häuslicher Gewalt zu leiden. Der Wunsch nach Veränderung und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist allgegenwärtig und wird zunehmend verstärkt durch Unterstützung christlicher Organisationen aller Konfessionen.

In drei anrührenden Briefen wandten sich Frauen aus Simbabwe an die Teilnehmer des Weltgebetstags. Darin schilderten sie ihre ganz persönlichen Situationen in ihrem Land. Sie erzählten von Dingen, auf die sie stolz sind, und von der Hoffnung und Verbundenheit im christlichen Glauben. Der Wunsch nach Gesundung der Verhältnisse wurde darin offenkundig.

Zum Thema Gesund werden hörten wir aus dem Johannes-Evangelium die Bethesda-Geschichte, in der Jesus einen Kranken auffordert, er möge aufstehen, seine Matte nehmen und gehen. „Willst Du gesund werden?“ ist eine Frage, die sich jeder in seiner ganz persönlichen Situation einmal stellen darf. Den Wunsch nach Veränderung und den Mut, neue Wege zu erkunden, dürfen wir mit den Frauen in Simbabwe teilen. In Gesang und Gebeten holten wir sie in unsere Mitte.

Wir danken dem Team St. Helena und allen Gemeindemitgliedern, die diesen Nachmittag gestaltet haben, sehr herzlich, nicht zuletzt für den gemütlichen Ausklang bei Kaffee und Kuchen.

Ulrike Zimmermann