Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! (1.Petr 4,10)

Foto: epd-bild/Meike 

Liebe Gemeinde,

„Covid 19 ist da und alles ist anders als sonst!“ Das waren meine Gedanken, als ich mich das letzte Mal mit all meinen Mitarbeitern traf. Zu diesem Zeitpunkt saßen wir schon weit auseinander und haben uns nur mit einem Lächeln herzlichst begrüßt und nicht mit der üblichen Umarmung.

„Alles ist anders“ und doch gab es Aufgaben zu verteilen:

„Mach alles sauber!“ Das war der erste Auftrag an die Küsterin. Der Mitarbeiter für die Seniorenarbeit sollte sich um Telefonnummern kümmern, damit wir in Kontakt bleiben mit denen, die keinen Computer haben. Die nächste Mitarbeiterin bekam den Auftrag, sich Gedanken darüber zu machen, was man ins Netz stellen kann für Kinder und Jugendliche. Die Organistin erklärte sich bereit, die musikalische Stücke für die geplanten Andachten aufzuzeichnen, die ich machen will. Und für die Bürokraft gibt es auch in Coronazeiten viel zu tun, denn Verwaltung gibt es immer.„Gut, dass wir so viele sind…“, dachte ich als wir auseinander gingen „..und, dass jeder/jede von  uns mit anderen Fähigkeiten gesegnet ist.“ Ja gut, dass ich nicht alle Entscheidungen alleine treffen muss; dass es den Beauftragten für unseren Internetauftritt gibt, der mit mir auch Videos macht und all die anderen Menschen, die sich nun umeinander kümmern.

Gut, dass es die Menschen gibt, die Masken nähen, die einkaufen gehen für andere und mit ihnen telefonieren. Gut, dass es die Menschen gibt, die im Krankenhaus und Altenheim sich um andere kümmern, die dafür sorgen, dass die Kontakt- und Hygieneregeln auf den Straßen und in den Geschäften eingehalten werden. Danke an alle, die in den Geschäften tätig sind. Danke an alle, die helfen auf ihre Art und Weise. Danke an alle, die füreinander da sind, ein jeder mit der Kraft und mit der Gabe, die er empfangen hat!

Bei diesem Danke höre ich die Worte aus unserem Monatsspruch Mai durchklingen: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!“ (1.Petr 4,10)

Petrus schreibt diese Worte der Ermutigung an die Christen in Kleinasien.  Sie brauchen viel Kraft, an ihrem Glauben festzuhalten, denn die Umwelt birgt gerade große Gefahren für sie. Als Christen haben sie sich von den heidnischen Göttern abgewendet und bekommen nun den Gegenwind zu spüren. Petrus ermutigt sie so zu leben, dass sie durch ihren Umgang miteinander, einen einladenden Lebensstil üben und keinen Grund geben für üble Nachrede.
Habt euch lieb, sagt Petrus zu den Menschen damals. Seid gastfreundlich und dient einander, jeder mit der Gabe, die er – oder sie – erhalten hat. Damit seid ihr gute Verwalter der Gaben, die Gott ohne Vorbedingung jedem Menschen geschenkt hat.

Und dann zählt Petrus auf, wie das mit den Gaben so aussieht:
Wenn jemand Gottes Wort verständlich weitergeben kann, dann soll er es tun. Und wenn jemand für die organisatorischen Aufgaben begabt ist, dann soll er das auch tun. Oder wie ich es heute formulieren würde:
Egal, ob ihr näht oder mäht, ob ihr säet oder erntet, ob ihr heilt oder pflegt, ob ihr forscht oder beobachtet, ob redet oder zuhört, ob ihr einräumt oder aufräumt, ob ihr lehrt oder lernt, ob ihr im Netz zu sehen seid oder schreibt, egal ob ihr Infos weitergebt oder sie filtert, ob ihr.…., es wird jeder und jede gebraucht.

Egal, was wir machen, es soll zum Wohl der Menschen und zur Ehre Gottes geschehen – ohne Neid und Vergleichen. Alle sind beschenkt mit Gaben, die benötigt werden heute in diesen Zeiten und beim Bau von Gottes Reich.

Ich freue mich jetzt schon darauf, mein Team und alle anderen Ehrenamtlichen mit ihren speziellen Gaben bald wiedersehen zu können, denn jeder ist wichtig, damit Gottes Liebe weitergegeben wird.

Es grüßt Sie alle herzlichst

Ihre Pfarrerin