Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele. Hebr 6,19
Liebe Gemeinde!
Es ist Sturm auf dem Meer. Das Schiff schwankt und legt sich fast quer.
Gischt spritz herein und das Wasser läuft das Gesicht herunter.
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit macht sich breit.
Wie wird es weitergehen? Wird das Schiff untergehen?
Haben Sie schon einmal einen solchen Moment auf dem Meer erlebt?
Doch auch an Land hat man manchmal das Gefühl, dass das Lebensschiff hin und her geschleudert wird von einer Seite zur anderen, von einem Extrem ins andere.
Wie gut, wenn man sich dann irgendwo irgendwie festhalten kann, z.B. an der Reling. Und man denkt: „Noch schöner wäre es, wenn das Schiff jetzt irgendwo ruhig im Hafen läge! Oder wenn man zumindest irgendwo ankern könnte!“
Doch die Wellen peitschen einem weiter um die Ohren bzw. auf das Lebensschiff bezogen: die schlechten Nachrichten kommen weiterhin herein.
Ein Anker wäre gut. Ein Anker, der das Schiff festhält und wirkt, wenn auch unsichtbar unter Wasser.
In der Welt der Symbolsprache steht der Anker für Hoffnung, so wird z.B. Glaube mit einem Kreuz, Liebe mit einem Herz und Hoffnung mit einem Anker dargestellt.
Und auch in unserem Monatsspruch heißt es: Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele. Hebr 6,19
Die Hoffnung, von der hier die Rede ist, gründet sich nicht auf menschliche Wünsche oder optimistische Erwartungen, sondern auf Gottes Treue und auf Jesus Christus.
Die Hoffnung eines Christen ist fest verankert in dem, was Gott zugesagt hat.
Diese Hoffnung ist
– nicht abhängig von unseren Gefühlen und Umständen,
– nicht von anderen Menschen und ihren Entscheidungen,
– nicht von Wetter-, Naturkatastrophen und auch
– nicht von der eigenen Kraft bzw. Gesundheit.
Diese Hoffnung ist allein verankert in Gottes Treue und gibt uns Kraft für den Alltag. Wir dürfen hoffen, auch wenn wir nichts sehen. Wir dürfen vertrauen, auch wenn wir zweifeln.
Diese Hoffnung trägt uns durch Leid, durch Unsicherheit und Dunkelheit.
Sie ist nicht Flucht vor der Realität, sondern Kraftquelle, die uns durchträgt.
Vielleicht fühlt sich jemand gerade wie ein Schiff im Sturm?
Mit einem erschütterten Glauben, einer ungewissen Zukunft?
Dann dürfen Sie sich erinnern: Ihre Seele hat einen Anker, einen sicheren, festen Anker. Und dieser Anker heißt Jesus Christus.
Halten wir uns an dieser Hoffnung fest.
Das wünscht Ihnen
Ihre Pfarrerin

