Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Hebr.10,24

Liebe Gemeinde,

in Berlin war ein älterer Mann im März 2018 beim Joggen zusammengebrochen und ins Koma gefallen. Ohne Papiere wusste vier Monate lang niemand, wer er war. Offenbar hat ihn niemand vermisst. Erst im Juli wurde seine Identität geklärt, weil jemand den Haustürschlüssel wiedererkannt hatte, von dem die Polizei ein Bild in die Zeitung gesetzt hatte. Ein Foto des unbekannten Mannes hatte keinen Erfolg gebracht. Ist das nicht zutiefst traurig? Kein Nachbar, kein Bekannter, kein Verwandter hatte den Mann vermisst.

Da lobe ich mir solche Einrichtungen wie die Nachbarschaftshilfe. Hier mal für den alten Nachbarn einen Einkauf tätigen, den Duschkopf reparieren oder auf die Kinder der jungen Nachbarn aufpassen. Dabei geht es nicht so sehr um die nützliche und gute Tat, sondern vor allem darum, in Kontakt zu bleiben und aufeinander zu achten.

Lasst uns aufeinander achthaben! Das geschieht auch bei Telefonketten. Einer ruft Frau A an und man redet kurz miteinander. Diese wiederum ruft Frau B an und die dann Herrn C, Herr C meldet sich beim Ehepaar D … und die Kette geht weiter, solange bis auch der erste Auslöser wieder angerufen wird. Geht einer nicht ans Telefon, wird der Notruf betätigt.

Der Mensch ist ein geselliges Wesen. Darum lasst uns auch einander an spornen im Dankesagen und das nicht nur am Erntedankfest, sondern auch für das Geschenk der Liebe, der Gesundheit, des Friedens und der kleinen Momente der Glückseligkeit.

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen! Es gibt Selbsthilfegruppen, in denen sich Menschen mit gleichen Problemen treffen um sich gegenseitig zu ermutigen. Sie spornen sich gegenseitig an, sich dem Problem immer wieder aufs Neue zu stellen.

Lasst uns einander anspornen zu guten Werken. Helfen Sie mit bei der Siebenbürgensammlung, spenden Sie weiter für die Flutopfer, helfen Sie dem nahen und dem fernen Nächsten.

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken in unserer Gemeinde, weil wir Menschen zusammen mehr schaffen.

In diesem Sinne Ihre Pfarrerin