Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Gal 5,1

Liebe Gemeinde!

Wir sind frei! Frei dorthin zu reisen, wohin wir wollen, eine Mauer hindert uns nicht. Wir sind noch frei zu sagen, was wir wollen. Wir sind frei anderen zu helfen, müssen es nur in der Not. Wir sind frei zu fasten oder zu essen, was wir wollen – mit Fleisch, vegan …..mit oder ohne Tischgebet. Wir haben schon viele Freiheiten, aber dennoch hören wir oft: Du musst! Du sollst! Du darfst nicht! Sind also nicht wirklich frei.

Im Monatsspruch für Oktober heißt es nun: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.“  (Gal 5,1)

Das klingt nach nun Freiheit von allem! Kein: „Du musst! Du sollst! Du darfst nicht!“ Endlich keine starren Regeln! Kein Druck von außen! Endlich mehr Zeit für mich, meine Ideen und Bedürfnisse.  Also absolute Freiheit!

Aber – so warnt Paulus – nicht einfach eine Freiheit von allem – sondern eine Freiheit zu etwas. Paulus sagt: Wer die Freiheit als Vorwand nutzt, um sich selbst der Nächste zu sein, hat sie im Grunde schon verloren. Denn das Ziel dieser Freiheit ist nicht der Ego-Trip, sondern die Liebe zum Nächsten und somit zu Gott.

Wenn wir etwas freiwillig tun, sollen wir es gerne tun. 

Wir sollen es nicht tun, um uns vor anderen hervorzutun und von ihnen das Gleiche zu verlangen. Das ist keine Liebe und keine Freiheit, sondern schon wieder ein Joch, nämlich das der Anerkennung.

Es geht bei wirklicher Freiheit nicht um Selbstrechtfertigung, um eine aus Angst erbrachte Leistung, die Gott wunschgemäß anerkennen soll. Es geht um Nächsten- und Gottesliebe.

Also etwas anderes, als das was uns unsere Zeit oft einflüstert, dass die vollkommene Freiheit bedeutet, niemandem verpflichtet zu sein. 

Paulus macht klar: Freiheit in Christus bedeutet, frei zu werden vom Zwang, sich selbst immer und stets an erste Stelle zu setzen – und dadurch überhaupt erst fähig zu sein zur echten Liebe.

Allein aus Gottes Gnade heraus dürfen wir eine Beziehung zu ihm haben, die von Dankbarkeit und Vertrauen geprägt ist. Und genau das ist wirkliche Freiheit!

In diesem Sinne Ihre Pfarrerin


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