Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet! Ex 14,13

Liebe Gemeinde!

Einem Volk geht es schlecht, denn es wird unterdrückt.

Diesem Volk wird die Freiheit angeboten und sie ergreifen sie mit großer Freude. Doch dann gibt es die erste Bedrohung und schon rufen sie: „Nein, wir wollten das alles nicht: die Freiheit und Selbstverantwortung. Mit den eigenen Entscheidungen leben und es geht einem prima, das haben wir gerne! Aber wegen den eigenen Entscheidungen sterben? Nein, das wollen wir nicht! Wären wir doch nur in der unterdrückten Situation geblieben, denn das ist besser als tot zu sein.“

So klagen und protestieren sie.

Und der, der sie so voller Mühe und mit Gottes Macht in die Freiheit geführt hat, steht nun da und sagt einfach: „Fürchtet euch nicht!“

„Fürchtet euch nicht!“, das kommt häufig in der Bibel vor. Zum Beispiel

  • zu Weihnachten sagen es die Engel den Hirten auf den Feldern;
  • an Ostern sagt es ein Engel zu denen, die das leere Grab entdecken;
  • und hier nun sagt es Mose zu den Israeliten, nachdem sie aus Ägypten ausgezogen sind und nun das Meer vor sich und die wütenden Ägyptern – vor denen sie gerade geflohen sind – hinter sich haben.

Aber Mose sagt noch mehr. Er sagt:

„Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

Oder:

„Nehmt Platz, beruhigt Euch, kommt zur Ruhe, findet Euren inneren Ankerplatz und seht zu, wie Gott Euch den Rettungsring zuwirft, wie er Euch aus den Katastrophen des Lebens wieder herausrettet. Gott selbst wird eingreifen. Gott selbst wird sein Volk – Euch – retten. Ihr werdet nicht untergehen.

Gott will ermutigen! Er will nicht, dass wir in kritischen Situationen die Nerven verlieren oder in hektische Aktivitäten verfallen.

Er will, dass wir im Vertrauen zueinander stehen.

Gott will nicht, dass wir versuchen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Das hilft nicht weiter. Er will, dass wir ihm vertrauen und in seinem Sinne handeln, dass wir uns freuen an dem, was er uns gegeben hat, heute, gestern, vor 35 Jahren oder wann auch immer.

Ich weiß, den meisten Menschen fällt es schwer, nicht zu meckern sondern stille zu werden und zu beten. Und genau darum geht es Mose, wenn er sagt: „Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet. Werdet stille, findet den inneren Ankerplatz und wartet darauf, dass Gott uns den Rettungsring zuwirft.“

Probieren Sie es mal aus in den nächsten Wochen
Ihre Pfarrerin


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