Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20,29)

Liebe Gemeinde!

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ sagt der auferstandene Jesus Christus zu Thomas, einem seiner Jünger. 

Thomas kann sich zunächst nicht vorstellen, dass Jesus auferstanden ist, denn

er hat es von den anderen Jüngern nur gehört, dass sie den Auferstandenen selbst erlebt hätten.

Ich kann mir vorstellen, dass Thomas bei sich gedacht hat: „Tote stehen auf? Das ist unmöglich, obwohl …..Jesus hat selbst Tote zum Leben erweckt.

Aber Jesus ist tot! Vielleicht war es nur eine Vision, eine Wunschvorstellung, die die anderen gehabt haben. Es wäre ja auch schön, wenn Jesus wieder unter uns wäre. Aber glauben kann ich das nicht. Das glaube ich nur, wenn ich ihn selbst anfassen und begreifen kann.“

Thomas möchte sehen und anfassen, um begreifen und verstehen zu können, dass das Unmögliche möglich geworden ist. Mir wäre es bestimmt genauso gegangen, mein Kopf hätte sich auch sofort eingeschaltet und „Nein“ gesagt: „Nein, das ist unmöglich!“. 

Doch dann erhält Thomas, der sehen und nicht glauben möchte, ein wunderbares Geschenk: Auf einmal steht Jesus, der auferstandene Christus, vor ihm.  Jesus lebt. Und Jesus lädt ihn ein, ihn sogar zu berühren: „Hier, fass mich an, es sind wirklich meine Hände mit den Nägelmalen!“ 

Ich möchte zu gern wissen, ob Thomas das gemacht hat – den Auferstandenen angefasst hat. Aber egal: Thomas kann nur stammeln: „Mein Herr und mein Gott!“ und dann sagt Jesus: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

Und Thomas versteht: „Jesus lebt, er hat den Tod überwunden. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Gott hat das letzte Wort und Gott wünscht sich den Glauben seiner Menschen. Aber er liebt auch diejenigen, die halt nicht so viel Glauben haben. Menschen wie du und ich!“

Gott meint es gut mit uns, auch in Situationen die ausweglos scheinen. 

Um uns herum gibt es viel Leid, Krankheit, Hunger und Not und man könnte verzweifeln, wenn man die Nachrichten im Fernsehen und Radio hört. 

Vertrauen und glauben Sie bitte dennoch daran, dass es immer einen Neubeginn gibt – nicht nur an Ostern, sondern jeden Tag aufs Neue.

Frohe Ostern, alles Gute und Gottes Segen für Ihren stetigen Neubeginn, das wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin


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