Online-Gottesdienst fĂĽr den 21. November

Liebe Gemeinde und Besucher/innen unserer Homepage!

Herzlich Willkommen zu unserem Online Gottesdienst für den 21. November zum Thema „Ein Licht in der Dunkelheit“. Schön, dass Sie wieder dabei sind.

In unseren Breiten ist es ĂĽblich, dass am 1.11., besser bekannt als „Allerheiligen“ unsere katholische Geschwister Grablichter auf dem Friedhof anzĂĽnden. Mir erscheint so eine Kerze auf dem Grab – wie ein Hoffnungslicht gegen das Dunkel des Todes. Heute –  drei Wochen später – ist nun Totensonntag und wir denken heute an all unsere Verstorbenen, die immer noch – mitten unter uns – fehlen. Und wir zĂĽnden auch fĂĽr Sie heute ein Licht an.

Mir erscheint so eine Kerze auf dem Grab – wie ein Hoffnungslicht gegen das Dunkel des Todes.

Ein Licht der Zuversicht, der Liebe und der Hoffnung inmitten der Trauer.

Unser heutiger Predigttext ist so ein Licht der Zuversicht. 

So wie ein heller Schein durch die offene TĂĽr in einen dunklen Raum dringt, so fällt das Prophetenwort in die Seele derer, die heute in Gedanken am Grab eines lieben Menschen sind. Hören Sie Verse aus dem Buch des Propheten Jesaja aus dem 65. Kapitel, die Verse:17-19.23-25: 17 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar ĂĽber das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fröhlich sein ĂĽber Jerusalem und mich freuen ĂĽber mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder fĂĽr einen frĂĽhen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.

  • Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt, wenn einst Himmel und Erde vergehen.
  • Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr, wenn die Herren der Erde gegangen.
  • Der Himmel, der kommt, das ist die Welt ohne Leid, wo Gewalttat und Elend besiegt wird.
  • Der Himmel, der kommt, das ist die fröhliche Stadt, und der Gott mit dem Antlitz des Menschen.
  • Der Himmel, der kommt, grĂĽĂźt schon die Erde, die ist, wenn die Liebe das Leben verändert.

Liebe Gemeinde!

Die Worte aus dem Buch des Propheten Jesaja sind wie ein Licht der Zuversicht. Es erreicht die Israeliten während sie sich noch in der babylonischen Gefangenschaft, als sie dringend Worte der Ermutigung hören mussten. Alles um sie herum war zusammengebrochen, da hören sie diese wohltuenden Worte: „Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, alle Klage ist am Ende, Friede – sogar zwischen Erzfeinden – wird herrschen.“ Gott hatte den Israeliten verheiĂźen, sie aus der Gefangenschaft in Babylon zu befreien und sie in ihr Land zurĂĽckkehren zu lassen. Und dieses Wort wurde auch erfĂĽllt im Jahr 539 v. Chr.  durch den Sieg Kyros II. ĂĽber die Babylonier.
Dieses Wort Gottes ist kein hohles LĂĽgengebäude, das zusammenbricht. Gottes Wort ist wahr und erfĂĽllt sich auch. Die Worte, die der Prophet damals sprach gaben Zuversicht und erfĂĽllten sich. Und was damals galt, gilt auch fĂĽr heute.

Liebe Zuschauer!

Kennen Sie das? Sie planen und die Planung geht nicht auf. Wir machen uns Sorgen um einen lieben Menschen, und fĂĽhlen unsere Ohnmacht. Die Sorgen werden immer größer, bis sie uns ĂĽber den Kopf wachsen. Und man fĂĽhlt sich wie aus der Bahn geworfen, – wenn man z.B. vor einem Grab steht und nach dem Warum fragt; – wenn man sich ziemlich plötzlich im Krankenhaus wiederfindet und sein Leben ĂĽberdenken muss. Das sind Tage, an denen unsere kleine Welt einen erheblichen Riss bekommt und wir – erst einmal – nicht mehr so recht weiterwissen. Wenn ein Fehler oder das Alter oder eine Katastrophe unser bisheriges Leben durcheinanderwirbelt, fängt unseres Lebens,- Glaubens- und Denkgebäude an zu wackeln und droht manchmal auch einzustĂĽrzen. Das persönliche Lebensgebäude kann in TrĂĽmmer fallen, wenn ein Virus uns erwischt. Oder wenn der Virus oder Wasserfluten einem die Existenzgrundlagen rauben. Zu Menschen also, die vor den TrĂĽmmern ihrer Hoffnungen stehen, spricht der Prophet – damals und heute. Jesaja sagt: „Gott ist noch nicht am Ende. Was euch jetzt bedrĂĽckt und Angst macht, das wird vergessen sein. Weinen und Klagen werden aufhören. Es gibt wieder Grund sich zu freuen.“ Gott sagt: „Eure Zukunft soll mehr sein als die Friedhofsruhe. Von mir könnt ihr mehr erwarten als den Tod. Ich schenke euch Leben, das diesen Namen verdient. Ewiges Leben, in dem keine Klage mehr ist, in dem Friede herrscht zwischen den Geschöpfen. Das ist eine Vorstellung zum Liebhaben, zum Hineinkuscheln. Ein Wort der Liebe!

Das ist eine Vorstellung zum Liebhaben, zum Hineinkuscheln. Ein Wort der Liebe!

Liebe Besucher/innen unserer Homepage!

Jesajas Wort sind hoffnungsvolle Worte, auch wenn Jerusalem damals nach der langen Zeit der Gefangenschaft zwar wieder aufgebaut – aber im Laufe seiner langen Geschichte immer wieder zerstört worden ist. Bis heute ist die Stadt Zankapfel zwischen den Völkern und Religionen. Ist das hoffnungsvoll? Deutschland ist aus den TrĂĽmmern zweier Weltkriege wieder aufgebaut worden. Eine groĂźe Leistung unserer Väter und MĂĽtter. Auch die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und den Aufbau Ost dĂĽrfen wir in diese Erfolgsgeschichte einbeziehen. Und doch haben wir höchstens einen Warenhimmel auf Erden geschaffen, aber nicht den wahren Himmel auf einer neuen Erde. Im Gegenteil: die wachsende Armut und Ungerechtigkeit in unserm Land schreit immer lauter zum Himmel. Ist das hoffnungsvoll? So mancher, der durch den Tod eines geliebten Menschen einsam geworden ist, findet Gott sei Dank neue Menschen, mit denen er weiterleben kann. Es wachsen neue Beziehungen. BruchstĂĽcke des Lebens fĂĽgen sich wieder zu einem Ganzen. Aber ist das schon das neue Leben, das Gott verheiĂźt? Es wird wieder zu Trennungen kommen. Am Ende wartet doch wieder der Tod auf uns. Ist das hoffnungsvoll? Es fällt schwer, mit dem neuen Himmel und der neuen Erde Gottes zu rechnen. Unsere Erfahrung sagt uns: Es bleibt doch alles beim Alten. Was also ist diese schöne Vision wert? Was habe ich heute davon? Ich habe Hoffnung davon – dennoch! Zunächst habe ich die Hoffnung, dass die vielen Fäden, die vielleicht am Ende meines Lebens ungeordnet herumliegen, noch zu einem guten Ganzen verwoben werden. Ich darf scheitern; ich darf auch StĂĽckwerk hinterlassen, das ich vielleicht, auch beim bestem Willen, nicht geordnet bekomme.  Ich darf offene Fragen in mir tragen und darauf hoffen, dass ich Antworten erhalte. Und noch etwas: ich darf auf Gerechtigkeit hoffen. Ich darf hoffen, dass das Abgebrochene geheilt und die Schuld vergeben wird. Das darf ich von der Ewigkeit erhoffen, ja erwarten. Vor dem groĂźen Frieden in der Ewigkeit ist Zeit, Genugtuung zu schaffen und zu geben. Das ist gut zu wissen; und es tut mir gut, darauf zu hoffen. Was das Leben auf der Erde nicht zu lösen vermag, darf ich in bester Hoffnung vom Himmel erwarten. Gott hat es versprochen in seinen Worten, die er Jesaja, aber auch Jesus und Paulus sagen lässt. â€žLiebt einander“, sagen sie alle sinngemäß, „liebt einander aufrichtig; das ist der Lebenssinn auf Gottes erster Erde. Im neuen Himmel wird Gott uns das fragen: Hast du nach deinen Möglichkeiten geliebt?“ An die Ewigkeit denken und von ihr sprechen heiĂźt: Hoffen lernen. Die Hoffnung wird unser Leben verändern. Wir werden unser Leben nicht mehr ganz so schwer nehmen mĂĽssen. Wir werden einander achten dĂĽrfen und fĂĽreinander da sein dĂĽrfen ohne jede Furcht, dabei etwas zu verlieren. Wer liebt, verliert nicht; wer liebt, gewinnt den Himmel, schon auf Erden. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

382:1 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr; fremd wie dein Name sind mir deine Wege. Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott; mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen? Bist du der Gott, der Zukunft mir verheiĂźt? Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
382:2 Von Zweifeln ist mein Leben ĂĽbermannt, mein Unvermögen hält mich ganz gefangen. Hast du mit Namen mich in deine Hand, in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben? Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land? Werde ich dich noch mit neuen Augen sehen?
382:3 Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich fĂĽhrt in deinen groĂźen Frieden. SchlieĂź auf das Land, das keine Grenzen kennt, und lass mich unter deinen Kindern leben. Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.

FĂĽrbittengebet:
Gott, vor dem Angesicht deiner Ewigkeit. bitten wir dich fĂĽr die Menschen in unserer Zeit:
fĂĽr alle, die nicht mehr hoffen können. FĂĽr alle, die einsam mit sich selbst sind. FĂĽr alle, die unter Krankheit leiden. FĂĽr alle, die unter Ungerechtigkeit leiden. Gott, der du eines Tages alles zurechtbringst, werde sichtbar in unserer Welt. Herr, unser Gott, du allein bist ewig. Du hast uns als endliche Menschen geschaffen, mit all den Möglichkeiten, die das bringt, aber auch mit all dem Schmerz, den das nach sich zieht. Wir gedenken derer, die wir verloren haben. Und fĂĽr die Trauernden bitten wir: 
Tröste sie, steh ihnen bei, bleibe bei ihnen. Halte deine schĂĽtzende und tröstende Hand ĂĽber uns, bis du auch uns eines Tages in dein Reich hinĂĽbergeleitest. FĂĽr all die Genannten und Vergessenen bitten wir dich: Bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ.

Segen: 
Der Herr segne dich und behüte dich Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen