Zum Reformationsfest am 31. Oktober

Luther wollte als Mönch vor Gott gerechtfertigt sein, frei von aller menschlichen Schuld. Doch trotz all seiner Gebete und eigenen Frömmigkeitsübungen schaffte er es nicht.

Erst als er das Evangelium von der Rechtfertigung des Sünders, als die Mitte der biblischen Botschaft zu verstehen lernte, fühlte er sich frei von aller Schuld: In Christus nimmt Gott sich ein für alle Mal des Menschen an.

Foto: Lotz

Er betrachtet den Sünder als gerechtfertigt, allein unter Ansehung seines Glaubens.

Angesichts der freigebigen Liebe Gottes konnte sich Luther von der Vergeblichkeit der mönchischen Disziplin lösen und erkannte, dass ein sündiger Mensch kein Geld als Ablass zahlen muss.

Sein Thesenanschlag von 1517, gegen den Ablasshandel gerichtet, fand ein unerhört breites Echo in Deutschland und darüber hinaus. Ein Beweis, dass Luthers Predigt auch eine Antwort war auf die Fragen seiner Zeit.

Eine jährliche Danksagung im Gottesdienst für die Reformation gab es schon im 16. Jahrhundert. Allerdings stritt man sich darum, welcher Termin wohl der beste wäre. Die einen wollten Luthers Geburtstag (10. November), die anderen seinen Todestag (18. Februar), die nächsten überlegten, ob nicht die Übergabe der CA (Confessio Augustana – ein grundlegendes Bekenntnis der lutherischen Reichsstände zu ihrem Glauben) am 25. Juni besser wäre, und noch jemand anderes fand den Sonntag nach Johannes dem Täufer gut.
Nach dem 30-jährigen Krieg (endete 1648) führte Johann Georg II. von Sachsen im Jahre 1667 den 31. Oktober (Luthers Thesenanschlag in Wittenberg) als Termin für das Reformationsfest ein, der sich in der Folgezeit auch durchsetzte.

Grafik: Mester

Wir feiern das Reformationsfest am 31. Oktober um 20.00 Uhr in der Martin-Luther-Kirche mit Abendmahl am Platz.